…. gut gebrüllt Löwe!

Bild: www.pixabay.com

Wie üblich nach Katastrophen aller Art, ertönen unmittelbar nach der jeweiligen Katastrophe lauthals Politikerstimmen, was denn nun sofort und auf der Stelle geändert werden muss. Und man hätte dies ja schon lange getan, wenn der politische Gegner dies nicht vehement verhindern würde. Begleitet wird diese Kakophonie von der ebenfalls üblichen Suche nach dem oder den Schuldigen, die angeblich ihre Aufsichtspflicht verletzt haben.

Also alles wie gehabt, immer wenn das Kind im vielzitierten Brunnen liegt, beginnt der Streit, welcher Art der Deckel sein müsse, der den Brunnen künftig absichert.

So weit so schlecht, denn in der Regel passiert gar nichts. Weder muss der Verantwortliche (Politiker) seinen Hut nehmen, noch werden Gesetze geändert, sondern bestenfalls etwas nachjustiert, was aber auch erst nach monatelangen Streitereien innerhalb der Koalition bzw. mit der Opposition möglich ist.

Besonders perfide ist es aber, wenn Politiker die für den Personalabbau bei der Polizei zumindest mitverantwortlich sind, nun lauthals fordern mehr Polizisten einzustellen, immer getreu dem eisernen Politiker-Leitsatz „was kümmert mich mein Geschwätz von gestern“. Dieses ganze Politikergeschwätz lässt sich für den Bürger nur ertragen, wenn er es nicht beachtet und als solches wertet was es ist, nämlich nur heiße Luft die dem Populismus geschuldet ist.

Erst wird der Personalbestand bei der Polizei reduziert, nun soll er wieder verstärkt werden, wobei man geflissentlich übersieht, bzw. nicht erwähnt, dass die Ausbildung in diesem Bereich nebenbei mindestens 3 Jahre dauert, somit also frühestens in 3 Jahren wieder mit dem erforderlichen Personalbestand bei der Polizei gerechnet werden kann.

Und was passiert bis dahin? Wenn, wie im aktuellen Fall, der Einsatz von Polizei zu jedweder Veranstaltung bis hin zu Gottesdiensten gefordert wird? Ganz einfach, die Polizisten müssen halt Überstunden machen, notfalls auch Doppelschichten fahren. Und wie lange soll das so gehen? Drei Jahre etwa? Die Polizei in Baden-Württemberg schiebt jetzt schon weit über 1 Million Überstunden vor sich her. Wann sollen diese jemals abgebaut werden? Und wer nimmt Rücksicht auf die Gesundheit dieser Polizisten oder deren Familienleben, wenn sie z. B. an Weihnachten und Sylvester nicht bei ihren Familien sein können, um stattdessen alles und jedes vor Terroristen zu schützen? Und diese ganze Mühsal bei bescheidener Bezahlung!

Das sollte den verantwortlichen Politikern eigentlich die Schamröte ins Gesicht treiben. Stattdessen drücken diese schnell noch ihre Betroffenheit aus, fordern dieses und jenes, beschimpfen den politischen Gegner und verabschieden sich dann frohgemut (unter Polizeischutz) in den Weihnachtsurlaub.

Und vor solchen Menschen soll der Bürger Achtung und Respekt empfinden?