VERFRÜHTER APRILSCHERZ

Foto:www.pixabay.com

Offensichtlich ist dem vielbeschäftigten Stadtrat Schöpflin auf seinem überladenen Schreibtisch ein Manuskript vom Häufchen „Spaß im Rathaus“ in das Häufchen „Pressemitteilungen“ gerutscht und so wurde es prompt unter dem Titel „Einbruch-Vorhersagen“ veröffentlicht.

Da soll es angeblich ein ausgefeiltes Computer-Programm geben, welches mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit Verbrechen vorhersagen kann. Zwar nicht wo der nächste Terroranschlag erfolgt, aber zumindest wo demnächst eingebrochen werden könnte.

Und wie darf man sich die Auswertung in der Praxis vorstellen und wie genau bezeichnet das Programm die mögliche Straftat? Wirft es nur den Hinweis „Verstärkte Einbruchgefahr in Baden-Baden“ aus, oder zeigt es präzise auf, dass der nächste Einbruch voraussichtlich bei „Lieschen Müller in der Reblandstr. 12 in der 3. Etage rechts“ erfolgt?

Und was passiert dann? Postieren sich dann rund um das Haus Polizisten mit klirrenden Handschellen um den Täter noch vor dem geplanten Einbruch Dingfest zu machen. Und wie erkennt man den Täter? Ist jeder verdächtig, der sich dem Haus nähert, aber nicht darin wohnt. Jeder, der einen ausländischen Namen und Werkzeug bei sich hat? Damit steht dann etwa einem Drittel der in Deutschland tätigen Handwerker die Verhaftung bevor.

Und mit welcher Begründung will man verhaften? Unerlaubter Aufenthalt im öffentlichen Raum? Da lacht sich jeder Jurist scheckig. Oder fahren Polizeifahrzeuge verstärkt Streife, oder wie soll sonst die Prävention erfolgen? Vielleicht durch das Verteilen von Handzetteln an alle Bewohner des betreffenden Wohnviertels?

Geht man tatsächlich davon aus, dass potentielle Einbrecher die verstärkte Polizeipräsenz nicht wahrnehmen? Oder dass dieses Programm von den bestens organisierten Einbrecherbanden nicht gehackt werden kann?

Kurzum, hier gibt es also noch erheblichen Erklärungsbedarf seitens des Fachmanns Schöpflin. Oder soll diese Meldung aufgrund des zunehmenden Unmuts in der Bevölkerung nur der allgemeinen Beruhigung dienen? Oder, was wahrscheinlicher ist, diese Meldung gehört doch auf den anderen eingangs erwähnten lustvolleren Stapel?

Wahrscheinlich kann man diesem „Programm“ den gleichen Wert zumessen, wie Computer-Programmen die, aufgrund von Ziehungen in der Vergangenheit, versuchen die richtigen Lottozahlen vorher zu sagen.

Es ist zumindest anerkennenswert, dass einige Stadträte versuchen, das Trauerspiel, welches Stadtregierung- und verwaltung tagtäglich bieten, durch ihre Slapstick-Einlagen freundlicher zu gestalten.