Die G-20 Veranstaltung ist zu Ende – es wurde zumindest gut gegessen

Ein einsamer Spaziergänger, der durch einen trockenen Kanal geht.
Bild: Copyright Thomas Arnold

Trostlos wie das Wetter am Samstag war auch das Ergebnis („Eklat“ und „Flop“ lt. BT) dieser kostenträchtigen Show-Veranstaltung meist unbekannter Minister, deren Namen selbst dem Auswärtigen Amt teils nicht geläufig waren. Es konnte kein gemeinsamer Beschluss gefasst werden und so musste Wolfgang Schäuble trotz größter Bemühungen eine Schlappe hinnehmen, der er aber trotzdem noch etwas Gutes abgewinnen konnte, da „man zumindest gut gegessen und getrunken habe“ wurde er zitiert.

Einzig und allein die Oberbürgermeisterin Mergen konnte der Veranstaltung, die hohe Kosten für den Steuerzahler, Verärgerung bei der Bevölkerung und Umsatzausfall bei Einzelhändlern, Theater, Spielbank usw. verursachte, etwas Positives abgewinnen und gab laut einem Interview in den „goodnews4.de“ den Politikern die Note 2 für dieses „sehr erfolgreiche Treffen“!

Lebt denn die OB in einer Traumwelt? Nein, aber in Baden-Baden und hier an der Oos sieht man bekanntlich vieles anders.

Auch konnte Sie bei dieser Gelegenheit mit Herrn Draghi und Frau Lagarde die Welt-Finanzpolitik diskutieren und mit anderen Ministern über die Weltpolitik palavern. Außerdem konnte sie sich mit dem japanischen Finanzminister über die Verkehrsprobleme der 40 Millionen-Stadt Tokio unterhalten um daraus Erkenntnisse für Baden-Baden (!) zu gewinnen.

Ferner war sie einige Sekunden lang im Fernsehen zu erkennen, wie sie mit strahlendem Lächeln hinter dem Stuhl von Wolfgang Schäuble stehen durfte, der sich, wahrscheinlich zum wiederholten Mal, ins Goldene Buch der Stadt Baden-Baden eintrug. Sie fühlte sich unter den „Großen dieser Welt“ sichtlich wohl, auch wenn sie peinlicher Weise den kanadischen Finanzminister mit dem amerikanischen Finanzminister verwechselte.

Bedauerlich für sie war allerdings, dass diese Veranstaltung wegen des Treffens Merkel/Trump kaum besondere Erwähnung in den großen internationalen Medien fand. Aber auf „ihr“ Badisches Tagblatt kann sie sich verlassen, wenigstens dort fand sie mediale Aufmerksamkeit.

Ob Baden-Baden mit dem Ergebnis dieser Veranstaltung, die vom BT mit „Baden-Baden markiert somit einen Wendepunkt – aber nicht zum Guten“ kommentiert wird, den gewünschten Werbeeffekt erzielt, wird die künftige Entwicklung der Touristenzahlen zeigen. Zunächst bejubelt die Tourismus-Chefin jedenfalls die 7800 Übernachtungen im Zusammenhang mit diesem Ereignis. Wenn man davon ausgeht, dass sich die Gäste maximal von Mittwoch (Anreise) bis Sonntag (Abreise) in Baden-Baden aufgehalten haben, also 1900 Übernachtungen pro Aufenthaltstag und man die amtlich bestätigten 5.465 Gäste-Betten zugrunde legt, dann war die Bettenkapazität pro Nacht gerade einmal zu ca. 30 % ausgelastet; auch nicht gerade Rekordverdächtig. Auch scheint sie nicht darüber informiert zu sein, wie viel Hotelzimmer es in Baden-Baden und Umgebung denn nun wirklich gibt. Einmal ist von 1700 und dann wieder von 1900 Zimmern die Rede. Wenn also bei 1900 Zimmern 5465 Betten existieren, dann weist fast jedes Hotelzimmer 3 Betten auf. Sehr unwahrscheinlich und vielleicht sollte sich die Tourismus-Chefin einmal etwas intensiver mit der Materie in ihrem Berufsbereich befassen statt irgendwelche unbestätigten Zahlen in die Welt zu setzen.

Sodann erfolgt noch ihr Hinweis auf die Einnahmen.

Beim BT gibt sie diese mit 1,7 Mio. Euro an und bei den „goodnews4.de“ mit 2,1 Millionen. Abgesehen von dieser Diskrepanz in den Angaben fragen sich selbst alt gediente erfahrene Kaufleute, wie es möglich ist, innerhalb 24 Stunden den Gesamtumsatz zu eruieren, den Baden-Baden insgesamt mit diesem Ereignis getätigt hat. Auch werden der genannten Zahl natürlich keine Kosten gegenüber gestellt um zu sehen, wie viel wirklich „übrig geblieben ist“ um den bisher bekannten Kostenfaktor von 800.000,– Euro reduzieren zu können. Aber das ist ja nicht so wichtig, und mit Traumzahlen jeglicher Couleur ist man in Baden-Baden immer schnell zur Hand, weil diese (zumindest bis jetzt) ohnehin niemand nachprüft.

Als Fazit dieser Veranstaltung bleibt zu hoffen, dass Baden-Baden nach diesem „Gipfel“ unter einem besseren Stern steht wie der Veranstaltungsort Heiligendamm, dessen Schicksal ja bekannt ist.