Wen interessiert’s denn…

von Uschi Beer

Bild: U.Beer

Natürlich interessiert es uns! Besonders wir Bürger sehen es und wundern uns! Zum Beispiel der Wochenendmüll. Am Wochenende würden die Papierkörbe in der Stadt nicht geleert, sagen mir jedenfalls aufmerksame Mitbürger. Es sähe schrecklich aus, man ärgert sich und fragt sich, wieso dafür keine Schichten am Wochenende in dieser Stadt eingerichtet würden. Gleichzeitig aber Millionen verprasst würden durch Baumauschelei.
Am Wochenende würden auch extrem viele Falschparker ihr Unwesen treiben. Keiner täte was, weil: Wochenende. Wen interessiert’s denn noch in der Verwaltung, was am Wochenende passiert. Das höre ich mir an und kann es wenigstens hier kommunizieren.
Was auch ärgert: wieso die städtischen Mitarbeiter tagein tagaus mit ihren PKWs die Stadt voll parken. Wieso würden nicht wenigstens diese Mitarbeiter die von der OB propagierte Park&Ride Geschichte am Kino Oos verordnet bekommen. Überhaupt, das Zuparken in Wohngebieten wäre super ätzend und belastend.
Extrem ätzend, und zu völligem Unverständnis führend: die stinkenden, knatternden und alten Busse. Das wäre der totale Wahnsinn und einer Stadt wie Baden-Baden nicht würdig.
Grundsätzlich hätte Baden-Baden ein irrsinnig gutes Zukunftspotenzial, gleichzeitig aber ein abstoßendes Flickwerk an Straßenbelägen, schlechte Kontrolle der öffentlichen Sauberkeit und alles würde lähmend lange dauern, wie die Fertigstellung der Leobaustelle zum Beispiel.
Warum man die stinkenden, knatternden Busse jetzt wieder über den Leo schießen lässt, diese Entscheidung sollte dringend überdacht werden. Man könnte doch von der Sophienstraße an- und abfahren lassen. Und vom Augustaplatz, das sei es auch nah zur Kernzone Leo. Eine Fußgängerzone rund um den Leo, Leben auf dem wichtigen Platz mitten in der Stadt, Cafés, Flanieren, sehen und gesehen werden, das ist aktuell Wunsch und Vision vieler Menschen, ein schöner Platz wie in anderen berühmten Städten ist gewünscht. Das würde dem platt dahinsiechenden Handel sicher helfen, es sei für viele jetzt richtig kritisch geworden durchzuhalten. Die Busse auf und über dem Leo wären eigentlich schrecklich, sie schrecken auf, setzen unter Stress, man müsse ständig aufpassen, auch auf die Kinder.
Stimmt eigentlich, neue Wege für die Busse finden, andere Busse kaufen, den Leo zu für den Verkehr, einen tollen Platz gestalten, die Innenstadt genießen. Wieso nicht?
Übrigens, während der Leo zu war für den Busverkehr, ging es auch voran. Andersrum, hintenrum, Kreativität für neue Routen ist gefragt. Ich meine, Erkenntnisse dürfen auch mal die Sichtweisen verschieben. Nicht die Busse beleben den Handel, sondern das entspannte Flanieren im Zentrum ohne knatternde Busse im Nacken und immer aufpassen müssen.
Und genau das, was mir Zugereiste sagten, gilt für mich ehrlicherweise auch. Richtung Leo unterwegs bin ich immer angespannt, es könnte ein Bus kommen, erst in den Fußgängerzonen entspannt sich alles. Denken wir mal neu, denken wir mal um, denken und handeln wir schnell, das wünschte ich mir für Baden-Baden. Gutes für die Bürger tun soll nicht immer so lange dauern.