Das Obstgut am Leisberg und seine Feste

Die Bürgergemeinde Unterbeuren hat einen phantastischen Einsatz geleistet, doch leider gibt es auch Unerfreuliches zu berichten.

Bild: Ben Becher

Am Wochenende gab es gleich zwei Feiern auf dem Obstgut: am Samstag einen Empfang zu Ehren der der Unterstützer und am Sonntag das große Apfelblütenfest für alle Bürger, und viele, viele kamen. Doch leider kam auch dieses: nächtliche Störungen und Pöbeleien mit Körperverletzung im Obstgut. Kein Zweifel, die Scheune oben auf der Obstbaumwiese ist toll renoviert, und vor allem das große Apfelblütenfest am Sonntag bewies, dass die Bürger das Angebot auch zahlreich angenommen haben. Das Gartenamt unter seinem Leiter Brunsig hat einen tollen Job gemacht, und ganze Riegen von Handwerkern haben aus freien Stücken und in ihrer Freizeit viele Stunden damit zugebracht, die Scheune wieder herzurichten. Hier zeigt sich, dass man mit Privatinitiative und der unterstützenden Hilfe des Gartenamtes etwas Bedeutendes auf die Beine stellen kann. Gratulation an alle Organisatoren, vor allem an die Bürgergemeinde Unterbeuren.

Bild: Ben Becher

Doch bei aller Festfreude über die gelungene Öffnung des Obstgutes – es gibt gleichzeitig leider auch weniger Erfreuliches zu vermelden. Schon lange beklagen Anlieger der Obstwiese, dass dort nächtliche (ruhestörende!) Aktivitäten zu beobachten sind, die jetzt sogar zu einem tätlichen Angriff führten. Einerseits verspricht die regierende Mehrheit und städtische CDU ständig „öffentliche Sicherheit“ und die Frau Oberbürgermeisterin bläst in das gleiche Sicherheitshorn. Andererseits gibt es faktisch leider keine Sicherheit und keine Polizeistreifen, obwohl Bürger auf Grund vieler Beobachtungen in ihrer Nachbarschaft das dringend anmahnen. Es handelt sich offensichtlich um Jugendliche. Übrigens wird vermutet, dass diese Jugendlichen auch die gleichen waren, welche die Blumenkästen und Blumenkästen auf den Oosbrücken wiederholt zerstörten. Hier der Brief einer Anliegerin des Obstgutes an die Oberbürgermeisterin von Baden-Baden.

Guten Morgen Frau Mergen,

Gestern Abend (Samstag, 28. April) klingelte es zwischen 19.30 und 20 Uhr bei uns Sturm: Vor mir stand eine Frau mit kleinem Kind. Sie fragte mich, ob ich drei Jugendliche gesehen hätte. Ich verneinte und fragte, warum?

Daraufhin brach sie in Tränen aus. Die Frau wirkte ängstlich und verstört, deshalb baten wir sie hinein. Sie erzählte mir Folgendes: Von der Lichtentaler Allee kommend, habe sie die Obstwiese durchqueren wollen, um nach Hause zu laufen. Frau M. wohnt in der Leisbergstraße. Doch sie flüchtete aus der Obstwiese: Drei Jugendliche – zwei junge Männer und ein Mädchen – begannen, Steine auf sie zu werfen. Dann beschimpften die Jugendlichen Frau M. Den Roller ihres dreijährigen Sohnes ließ sie zurück, um vor den Aggressoren wegzulaufen. Sie gingen ihr hinterher, bis zur Leisberghöhe, und warfen auf dem Weg mit Stöcken auf sie. Frau M. wurde am Arm getroffen.

Ich rief die Polizei, die nach einer knappen halben Stunde bei uns eintraf und die Jugendlichen noch auf der Obstwiese antraf (zumindest zwei Jungs). Sie gaben das Vergehen zu, die Polizei nahm sie mit, um sie den Eltern zu übergeben. In der Zwischenzeit versuchten wir, Frau M. zu beruhigen: Sie brach immer wieder in Tränen aus und war fassungslos, dass so etwas in Baden-Baden passiert. Die Familie wohnt wohl bereits seit fünf Jahren in Baden-Baden, zwei der älteren Söhne besuchen das Gymnasium MLG. Ihr Mann war auf Geschäftsreise.

Ich bin ehrlich gesagt auch fassungslos, tritt doch schon jetzt ein Fall ein, den wir befürchtet haben: Die Obstwiese zieht leider nicht nur naturliebende Spaziergänger an, sondern auch Feierwütige. Und obendrein Menschen, die anderen Schaden zufügen wollen. Ich schrieb Ihnen bereits Ende November 2017 eine E-Mail zu einer nächtlichen Ruhestörung auf der Obstwiese mit Musik und so weiter. Drei Männer waren damals bis vor unser Grundstück gelaufen und musterten unser Haus, um zwei Uhr morgens. 

Nun haben wir es allerdings mit einer Körperverletzung zu tun. 

Bereits seit einiger Zeit hören wir wochenends immer wieder Stimmen und Gelächter zu uns herüberschallen: Die Obstwiese scheint sich als abendlicher Treffpunkt für Jugendliche zu etablieren. Dagegen wäre auch gar nichts zu sagen – würden bestimmte Regeln eingehalten. Im November hatten wir eine Ruhestörung, im April nun diesen verstörenden Vorfall. Was kommt als nächstes? Der Sommer hat nicht mal angefangen.

Als unsere Bürgermeisterin erwarten wir von Ihnen, dass Recht und Ordnung in der Stadt und in ihren Anlagen gewahrt werden. Bitte tragen Sie Sorge, dass die Obstwiese auch am Abend und wochenends ein ruhiger und sicherer Ort bleibt. Ich sprach mit der Polizistin darüber, sie empfahl, gerade jetzt am Anfang der öffentlichen Obstwiese sei es eine gute Sache, wenn hier regelmäßig eine Streife durchkommen könnte. Das würden wir sehr begrüßen.

Wir nehmen diesen Vorfall, der unseren kompletten Samstagabend eingenommen hat, sehr ernst. Bitte lassen Sie uns wissen, welche Schritte nun getan werden, um die Ruhe und Sicherheit der Obstwiese wiederherzustellen.

Beste Grüße

Cornelia Mangelsdorf und Thierry Muller