Die badische Flagge soll wieder wehen…

Bild: U.Beer

… auf dem Schloss in Karlsruhe und auf den Dienstgebäuden des Landes. Fordern die drei badischen CDU Landtagsabgeordneten, u.a. der Baden-Badener Tobias Wald. Sie schickten ein entsprechendes Schreiben an das zuständige grüne Staatsministerium. Die württembergische Flagge soll auch auf diesen Gebäuden wehen. Logisch, wir sind ja auch die zusammen gewürfelten Badener und Württemberger wenige Jahre nach Gründung der Bundesrepublik. Es gibt sie tatsächlich die Verwaltungsvorschrift vom 23. August 2011, da regelt Absatz 1.6, dass nur die Landesdienstflagge, Landesflagge, Europaflagge oder die Bundesflagge gehisst werden dürfe. Oh mein Gott. Es lebe der Irrsinn. Als ich diese Neuigkeit bei goodnews4.de las, kamen mir so allerlei Gedanken hoch. Geht gar nix mehr, muss ne Prise Lokalpatriotismus her. Reimt sich sogar. Wohl bei der CSU abgeschaut, die haben ja jetzt das christliche Kreuz ins Spiel um Stimmen geworfen. Wie gaga sind unsere Politiker mittlerweile geworden, als ob wir Bürger die Taktiken nicht durchschauen würden. Die letzten Stimmen fangen, die letzte Gunst ergattern indem mit lokalen Symbolen gezockt wird? Ist das ätzend. Da passt doch der Twitter Kommentar vom Baden-Badener CDU Bundestagsabgeordneten Kai Whittaker bestens, dass in den letzten Tagen jedem Kollegen ging „Arsch auf Grundeis angesichts von möglichen Neuwahlen“. Das wurde gepostet zur kürzlichen Unions-und Koalitionskrise in Berlin&Co mit der angeblichen Bitte, sich irgendwie zu einigen. Unsere Partei-Politiker? Mich machen sie politikmüde! Die einen für Europa, die anderen für weniger Europa und all dieses im Namen der und für die Bürger. Glauben Sie noch, dass die „Politikerkaste“ weiß, was wir Bürger wollen? Sie reden oft so geschwollen und verklausuliert, dass ich es entweder als Kapitulation vor der Realität und den Machbarkeiten deuten muss, oder sie tönen, um wichtig Zeugnis ihrer Funktion abzugeben. Naja, in der Mehrheit wollen wir den Politiker-Job ja nicht selbst machen. Das Ende eines langen deutschen Politikerlebens wird dann auch noch von einem Kommentator der New York Times kommentiert, im Sinne, dass Frau Merkel besser zurücktreten solle. Fällt Ihnen dazu noch mehr ein?
Mit fällt ein: alles hat seine Zeit. Man sollte den Zeitpunkt nicht verpassen, das Ruder den nächsten Generation zu übergeben. Sonst passiert das, was auch in Baden-Baden passierte. Das Neue Schloss verzockt von den ewig gleichen Ratsmitgliedern und jetzt weinen alle drüber. Niemand hat sich damals richtig bzw. erfolgreich engagiert, auch in Stuttgart nicht, den Markgrafen zu unterstützen. Dann hat er es halt verkauft sein Schloss, und eine badische Fahne weht dort jedenfalls nicht. Das für Baden namensgebende Schloss. So richtig glaubwürdig ist für mich der Vorstoß um die badische und württembergische Flagge nicht. Es gibt Worte wie „Pharisäer“, das kam mir auch zu dem ganzen Thema. Aber gäbe es den Stress ums Neue Schloss nicht, gäbe es die FBB, die freien Bürger für Baden-Baden nicht. Im Universum findet alles seine ausgleichende Gerechtigkeit. Auch die Stimmen von Wählern sind daran beteiligt.
Ihre Uschi Beer