WIEVIELE MITARBEITER HAT DIE STADT?

UND DIE GESCHICHTE VON DER GROSSEN VERSCHWENDUNG

Ein einsamer Spaziergänger, der durch einen trockenen Kanal geht.
Bild: Copyright Thomas Arnold

Preisfrage! Wieviele Mitarbeiter hat die Stadt Baden-Baden? 500?, 1000?, 1500?, 2000? Gar nicht so leicht zu beantworten. Aber die offizielle Antwort der Stadt liegt vor. Es sind genau 1.710 Personen, die bei der Stadt Baden-Baden in Lohn und Brot stehen, wie es so schön heißt. Dem Gewinn des Preisrätsels kommt also derjenige am nächsten, der auf 2.000 getippt hat, denn es wird ja weiterhin fleißig und unermüdlich Personal gesucht, wie den vielen Annoncen in der Presse zu entnehmen ist (siehe folgenden Artikel).

Wer diese Zahlen mit den Zahlen anderer, gleichgroßer Städte vergleicht, den befällt das kalte Grauen. In allen gleichgroßen Städten in BW liegt die Beschäftigungszahl der Stadtbediensteten um 30 bis 50 % unter denen von Baden-Baden. Dazu ein ganz einfaches Beispiel, dass jeder Bürger selbst beobachten kann und zwar die Müllabfuhr. Bei der Leerung durch die Stadt (Restmüll und Biomüll) sind pro Fahrzeug 5 Mitarbeiter im Einsatz, bei der privaten Entsorgung (Papier und Kunststoff) jedoch nur 2 Mitarbeiter pro Fahrzeug!

Kein Wunder, dass die Stadt ihre laufenden Kosten durch Steuereinnahmen nicht decken kann und einer Rekordverschuldung entgegenstrebt.

Aber allein mit Kritik kommt man nicht weiter, sondern mit der Suche nach einer Lösung. Von den 1.710 Mitarbeitern befinden sich 772 Mitarbeiter im Alter von über 50 Jahren und man kann davon ausgehen, dass hiervor ein Großteil auch die 60-Jahresgrenze bereits überschritten hat und somit kurz vor der Pensionierung steht.

Wenn man die Reduzierung dieses Personal-Molochs sozial verträglich, also ohne Kündigungen gestalten will, dann müsste ein sofortiger Einstellungsstopp verfügt und die freiwerdenden Stellen durch Umbesetzungen innerhalb der Verwaltung aufgefüllt werden. Aber welcher unserer hochverdienenden (Entschuldigung: hochverdienten) Stadt-Politikern will solche unpopulären, aber dringend erforderlichen Maßnahmen in die Tat umsetzen? Keiner und deshalb wird weiter eingestellt was das Zeug hält. Auf die Idee, von einer externen Prüfgesellschaft einmal den tatsächlichen Personalbedarf für alle öffentlichen Erfordernisse berechnen und per Leistungsvergleich ermitteln zu lassen, ist bisher (scheinbar aus gutem Grund) noch niemand gekommen.

Sie können es einfach nicht lassen. Trotz eines Beschlusses, dass Veröffentlichungen der Stadtverwaltung nur noch auf der Website der Stadt zu erfolgen haben, wird weiterhin das Sponsoring des BT durch große Annoncen betrieben um sich für die vielen veröffentlichten Fotos der Oberbürgermeisterin Mergen erkenntlich zu zeigen. So werden in großformatige Annoncen in den Ausgaben des BT Bekanntmachungen veröffentlicht, wie z. B. in der gestrigen Ausgabe eine ganze Seite mit Hinweisen zur Sicherheitszone zum G20-Gipfel, oder es wird Personal gesucht. Oftmals für äußerst anspruchsvolle und deshalb schwer zu besetzende Tätigkeiten wie zum Beispiel einen Deponiemitarbeiter für die Entsorgungsstelle Tiefloch, oder einen Rettungsschwimmer für ein Schwimmbad, oder einen Kraftfahrer, oder eine Vollzugsbedienstete oder diverse Sachbearbeiterinnen und Sekretärinnen und so weiter und so weiter.

In dem unermüdlichen Bestreben, mindestens 10 % der arbeitsfähigen Bevölkerung von Baden-Baden bei der Stadt unterzubringen und sich so eine solide Basis bei der nächsten Kommunal-Wahl zu schaffen, werden für verschiedene Bereiche in jeweils separaten Anzeigen Mitarbeiter gesucht. Diese können ihre Bewerbungsunterlagen zwar per E-Mail einreichen, aber man hält sie scheinbar für nicht intelligent genug, bei einer eventuellen Stellensuche sich die diesbezügliche Website der Stadtverwaltung anzusehen.

Warum wird in Baden-Baden bei jeder sich bietenden Gelegenheit das Geld der Steuerzahler mit vollen Händen zum Fenster hinausgeworfen? Warum wird es nicht so gehandhabt wie es sich gehört und wie es auch von umliegenden Gemeinden nachweislich praktiziert wird. Dort werden in jeweils nur einer Annonce sämtliche Stellenangebote aufgeführt und dann kommt der Satz: Der vollständige Ausschreibungstext ist auf der Internetseite der Gemeinde …….. unter …….. abrufbar.

Aber warum einfacher und billiger, wenn es nach gutem alten Baden-Badener Brauch auch umständlich und teuer geht?

Aber wer nun meint, dass mit diesem Personal-Koloss alle anfallenden Arbeiten abgedeckt werden können, sieht sich getäuscht. Wie den jeweiligen Presse-Veröffentlichungen zu entnehmen ist, kann die Verwaltung praktisch kaum eine Aufgabe durchführen ohne vorher den hochdotierten Rat von externen Fachleuten einzuholen. Deren Honorare schwanken dann von 30.000,– Euro (Kindergarten) über 150.000,– Euro (Haushaltseinsparmöglichkeiten) bis zu 400.000,– Euro (Verkehrsleitsystem) und summieren sich in der Summe zu einer gewaltigen Kostenposition im Haushalt.