Neues Schloss: Ruine oder Chance?

Bild: BenBecher

Was die arabische Eigentümerin in über 10 Jahren aus dem Neuen Schloss geschaffen hat, ist für jedermann sichtbar: eine Ruine mit einem neuen Dach (das im Übrigen überwiegend aus Steuermitteln bezahlt wurde, nämlich aus Mitteln des Denkmalschutzes).

Heute gammeln Schuttberge im Schlosshof, ein total verlotterter Schlosspark hinter rostenden Toren (der eigentlich denkmalgeschützt ist!!) – wie es im Schloss ausschaut, möchte man lieber nicht wissen. Aber das heißt ja nicht, dass dieses Stadtbild-prägende Baudenkmal für Baden-Baden verloren sein muss! Es darf nur nicht noch weiter verrotten. Verloren ist allein der Glaube an die jetzige Eigentümerin und ihre Pläne: sie hat sich an keinerlei Absprachen gehalten, will nun Verträge mit der Stadt wohl ebenfalls nicht mehr einhalten bzw. neu formulieren – das heißt: sie verlangt erneut Vertrauen, um unser historisches Neue Schloss so umzubauen, dass es vielleicht (?) ein Hotel wird (?) sofern im historischen Schlosspark massenhaft Luxuswohnungen gebaut und entsprechend vermarktet werden können? Wie es scheint, wollen nur noch wenige Gemeinderäte ihr glauben; das Vertrauen in ihre diversen Planungen ist verspielt.

Wir brauchen deshalb frische Ideen für unser Neues Schloss! Neue Ideen und den Mut, sie umzusetzen. Schon Ende vergangenen Jahres schlug die FBB einen „Runden Tisch“ vor mit allen im Gemeinderat vertretenen Gruppierungen, dem Verein Stadtbild und den Initiativen rund um die Initiative Weltkulturerbe. Es geht dabei um die Suche nach einer Nutzung für das Neue Schloss. Im Augenblick scheint doch nur noch eine Art Ermattung um sich zu greifen: was soll das alles mit dem Neuen Schloss!? Was es soll? Ganz einfach: wir müssen unser wichtigstes Baudenkmal, dieses einzigartige Denkmal unserer badischen Geschichte, mit Aufbruchstimmung füllen.

Dies wunderbare alte Schloss, was wir ironischerweise „Neues Schloss“ nennen, könnte ein vitaler, lebendiger Zentralbau für Baden-Baden werden. Mehr als ein Denkmal für 400 Jahre Geschichte, sondern ein Zentrum für moderne Forschung, oder eine vitale Gedenkstätte für Französisch-Deutsche Begegnung, beispielsweise. Oder eine Hochschule (vielleicht gar der Beginn einer Universität – nach dem Muster Tübingen). Es gibt so viele denkbare Möglichkeiten, um dieses schöne alte Anwesen sinnvoll für unsere Stadt (und das Land Baden-Württemberg) zu nutzen. Klar, das kostet Geld. Und vielleicht auch Mut, um diese neuen Ideen auszuprobieren.

Die Freien Bürger für Baden-Baden (FBB) haben nie behauptet, allein im Besitz der Wahrheit zu sein. Die FBB wollte immer zunächst eine Diskussion zwischen möglichst vielen Beteiligten. Da hat jeder andere Vorschläge und Prioritäten. Aber bei einem Runden Tisch ergeben sich dann mit Sicherheit neue Perspektiven. Darauf hoffen wir, um unser Neues Schloss für Baden-Baden zu retten. Und diese Diskussion muss bald beginnen. Jetzt ergibt sich durch das Scheitern der arabischen Eigentümerin des Neuen Schlosses eine einmalige Chance: wir müssen sie nutzen!