Neues Schloss – Der Tanz ums Goldene Kalb

von Uschi Beer

Bild: U.Beer

Ach Du meine Güte, was muss unser geliebtes Neues Schloss noch alles ertragen. Auf die beim Kauf der Familie Al Hassawi gestellte Frage, was denn mit dem Neuen Schloss passiere wenn es kein Hotel werden kann, kam damals ganz klar die Familienaussage: dann ist und bleibt es unsere Residenz.
Ein 5-Sterne-,Hotel rechnet sich nicht, ist äußerst schwierig bis gar nicht im Neuen Schloss zu realisieren auch aufgrund des Denkmalschutzes. Das war doch schon alles nach den umfangreichen und teuren Analysen der Althoff-Hotel-Gruppe klar.
Oder, man höre und denke: ein Investor gibt 100 Millionen und mehr aus, um einfach alles tipp topp als 5 Sterne Projekt zu realisieren und darf zusätzlich den sog., das Hotel-Projekt stützenden Zusatzbau errichten – unter Bauchschmerzen des Denkmalschutzes. Soweit so klar die allseits durch die Jahre dümpelnde Sachlage. 17 Mio. hat angeblich Frau Al Hassawi die Residenz schon gekostet?! Kein Wunder bei den vielen über die Jahre verschlissenen Berater und Architekten, die wohl sinnlos beschäftigt wurden. Noch irrer: die Tänzer ums Goldene Kalb hüpfen weiter. Noch mehr Wohnungen will die Besitzerin jetzt erst mal bauen und verkaufen, im zusätzlichen, das potentielle Hotel stützenden Bau. Alles soll zu Eigentumswohnungen werden. Ist das nicht irre? Das Goldene Kalb wird erst mal gefüttert, dann gemolken und geschlachtet, armes Goldene Kalb.
Wo sind die Millionen, wo das nötige Investment der Besitzerin? Sie hat die Millionen ganz einfach nicht, sonst hätte sie schon längst begonnen. Ganz arabisch, ganz taktisch werden zig Verantwortliche mit Visionen bespaßt, wird Neues rauszupressen versucht aus den Köpfen derer, die die Genehmigungen geben sollen. Jetzt läuft auch gerade die PR-Tour von Frau Al Hassawi mit ihren neuen Beratern. Gespräche bei allen, die irgendwie und irgendwas mit dem Neuen Schloss zu tun haben, Stadt-Obere, politische Fraktionen und auch der Verein Stadtbild werden besucht.
Wie gut, dass die Freien Bürger für Baden-Baden (FBB) mal wieder den Mut zu einem sinnvollen Antrag hatten, nämlich Fakten zu schaffen, und den über Jahre nicht genutzten Bebauungsplan aufzuheben. So machen das weise und umsichtige Städte: wenn nach drei Jahren ein Bau nicht begonnen wird, dann ist Ende mit der Vision, dann endet ein Bauprojekt, besonders dann, wenn jemand ein Projekt nicht finanzieren kann, dann sollte er/sie es aufgeben. Inzwischen müsste es auch bis zu den Oberen im Rathaus vorgedrungen sein, dass es sich bei der Besitzerin um eine arabische Händlerstochter handelt, die das Goldene Kalb jetzt nur in ihrem Interesse schlachten möchte.
Gut, dass das Goldene Kalb ein Dach über dem Kopf hat und trocken steht, so kann es noch warten bis endlich die Erlösung kommt: das Konzept für die Zukunft des Neuen Schlosses mit seiner historischen Bedeutung ist längst geschrieben und veröffentlicht, von den FBB nämlich. Das Neue Schloss wartet auf den Runden Tisch, wann kommt er endlich?!