DRK-Altersheim kommt in die Hubertusstraße

Bauausschuss genehmigt Altersheim beim Zubringer

Mit 8-Ja- gegen 2 Nein-Stimmen (bei 2 Enthaltungen) genehmigte gestern Abend der Bauausschuss den vorhabenbezogenen Bebauungsplan für das DRK-Altersheim in der Hubertusstraße, fast direkt neben dem Tausendfüßler. Zur Vorgeschichte: Der Bauausschuss hatte sich bei seiner letzten Sitzung im Februar nicht dazu durchringen können, dieses Projekt auf den Weg zu bringen. Auf Antrag der Grünen war das Thema vertagt und ein nichtöffentlicher Ortstermin angesetzt worden. Damit sollte auf Einwendungen von Anwohnern eingegangen werden, die fühlten sich durch den großen Klotz eingemauert. Kritisch sahen einige Ausschussmitglieder auch die Tatsache, dass das aufzugebende Ludwig-Wilhelm-Stift im schönen Zentrum liegt, während der Neubau an den banalen Stadtrand rutscht, mitten in ein Mischgebiet, das wenig ansprechend ist. Auch die Nähe zur B500 wurde als Nachteil gesehen sowieLärm und Abgasimmissionen ins Feld geführt gegen dieses Vorhaben.

Gegen das geplante Gebäude selbst ist wenig einzuwenden, es ist ein einfallsloser viergeschossiger Zweckbau, sozusagen eine der üblichen Pflegefabriken. Fast zynisch heißt es in den Planungsunterlagen : „Die südlich des Wohnmobilhafens positionierte bauliche Großfigur der Pflegeeinrichtung schirmt die sich anschließende, eher kleinteilige Einfamilienhausbebauung mit Einzel-, Doppel- und Reihenhäusern zukünftig zur Europastraße / B 500 hin ab.“ Das heißt: die Alten puffern Lärm und Dreck vom Zubringer dankenswerterweise ab. Das Bauwerk selbst umfasst ein Sockelgeschoss mit Verwaltung, Arztpraxis und Tagespflegeeinrichtung sowie drei Wohngeschosse für die Wohngruppen genannten Stationen. Das Flachdach wird begrünt und ist ggf. für Solarnutzung in einzelnen Teilbereichen vorgesehen.

Die Diskussion im Ausschuss spiegelte sehr schnell den Meinungsstand wieder: Die Verwaltung mit Bürgermeister Uhlig und den Mehrheiten im Bauausschuss waren wild entschlossen, dem DRK aus der Verlegenheit zu helfen: weil das alte Gebäude (das Ludwig-Wilhelm-Stift) zeitnah geräumt werden muss (es ist verkauft und entspricht nicht mehr den Vorschriften), war nicht einmal mehr Zeit für Planverbesserungen: das Vorhaben steht unter beträchtlichem Zeitdruck. Der Einwand von mehreren Stadträten, dass der Platz auf dem aufgelassenen Ebert-Gelände in Oos schöner sei (auf Grund des phantastischen Baumbestandes und der sonstigen Lage) zog nicht. Das DRK wollte und brauchte nun eine positive Entscheidung und bekam sie auch. Die Alten werden also in Zukunft neben dem Tausendfüßler und in Nachbarschaft der Wohnmobile gepflegt. Am Rand der Stadt, nicht mehr im exklusiven Zentrum wie bisher. Good-good Baden-Baden.