Arvato-Verkauf: Weststadt vor gewaltigem Umbruch?

Geht mit Arvato ein großes Unternehmen? Oder bleibt Arvato auch nach einem Verkauf in Baden-Baden?

Bild: Ben Becher

Was wird mit dem Arvato-Standort in Baden-Baden? Die Muttergesellschaft und Eigentümerin von Arvato, Bertelsmann in Gütersloh, hat definitiv angekündigt, dass sie den Verkauf oder auch Teilverkauf von Arvato plant und deshalb alle Umstände hierfür prüft. Die Angelegenheit soll kurzfristig, noch vor Ende des Jahres, entschieden werden. Aber: Nichts sei bisher entschieden. Der Grund für die Verkaufsabsichten seien hohe notwendige Investitionen und magere Gewinne. Geprüft wird ein Teil- oder Komplettverkauf. Betroffen wären weltweit rund 70.000 Beschäftigte von Arvato, in Baden-Baden etwas mehr als Tausend. Für unsere Weststadt in Baden-Baden könnte das jedoch extreme Auswirkungen haben. Vielleicht wird deshalb auch der Arvato-Neubau nicht mehr kommen, wer weiß. Der neue Eigentümer wird das entscheiden. Vielleicht wird die neue Zentrale von Arvato komplett wegziehen aus Baden-Baden. Alles offen.

Für Baden-Baden werden die Karten neu gemischt. Die Planungen für die Weststadt müssten völlig umgestellt werden. Wenn das große Arvato-Gebäude leer stünde, könnte man sich sogar vorstellen, dort die komplette Stadtverwaltung unterzubringen, Platz wäre genug da. Und die anderen Probleme der Weststadt wie Parkplatznot, Leerstand von Geschäften und fehlende Planung? Das alles müsste völlig neu überdacht werden, nichts würde so bleiben, wie es bisher gelaufen ist. Dazu: Die Bewohner der Weststadt klagen zu Recht seit langem, dass sie im Windschatten der Baden-Badener Stadtentwicklung liegen gelassen werden: nichts tut sich in Sachen extremer Parkplatznot, nichts tut sich bei den Lehrständen von Geschäften, außer tröstenden Sprüchen hören die Bewohner der Weststadt nichts. Das alles könnte sich jetzt sehr schnell ändern.