Leo-Baustelle und der Einzelhandel

Der Wäsche Boulevard kämpft tapfer um sein Überleben

Bild: Michael Greising

Wenn Michael Greising (er führt zusammen mit seiner Frau den Wäsche-Boulevard am Leo) auf die endlose Baustelle schaut, dann wird er erstens sauer und zweitens höhnisch: Kinder-Buddelkiste nennt er diese Baustelle, die nicht nur nach seiner Auffassung auffallend lange dauert: nun schon fast drei ganze Jahre. Warum so langsam? Warum so schlecht geplant? Wann macht man den Straßenbelag vor seinem Geschäft in der Louisenstraße? Wenn der Leo fertig ist? Gut der Leo musste ertüchtigt werden, das sieht Greising ein. Aber warum nicht schneller? Warum nicht in zwei Schichten arbeiten, dann beginnt der Radau zwar früher, ist aber auch früher beendet, weil der Leo schneller fertig wird. Wütend ist Greising, weil die Stadt ihn bestraft wenn er Wühlkisten vor dem Geschäft aufstellt (verboten! Bußgeld zahlen bitte!) weil er als Inhaber nicht mehr pünktlich sein Geschäft anfahren kann (Knöllchen für Parken in der Fußgängerzone). Die Stadt hilft weder ihm noch den anderen Einzelhändlern. Schlimmer noch: die Stadt versagt bei Aktionen mit denen man die Innenstadt beleben könnte. Mehr als 50 Geschäfte in Baden-Baden stehen leer. Kein Wunder, wenn man dem Einzelhandel soviel Knüppel zwischen die Beine schmeißt. Wir geben nicht auf wir kämpfen, sagt seine Frau, denn sie liebt ihr „Kind“, ihren Wäsche Boulevard, auch wenn sie während der Leo-Bauzeit jährliche Umsatzeinbußen zwischen 20 und 30% verkraften muss. Wir sprachen mit Michael Greising über die Baustellenmisere.